Was ist der Generierungseffekt?

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Sandro Birkenhof
Aktualisiert am
5.3.2025
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Generierungseffekt besagt, dass sich das Gehirn Informationen besser merken lamm, wenn man die Lernunterlagen selbst erstellt hat.
  • Deshalb ist es sinnvoll, gekaufte Karteikarten (beim Lernen) an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, um sich die Informationen bestmöglich zu merken.
  • Neben dem Anpassen von Karteikarten sind weitere Möglichkeiten, um den Generierungseffekt einzusetzen, das Erklären des Themas in einer Lerngruppe, das Lösen von Übungsaufgaben oder das eigenständige Zusammenfassen von Informationen.

Was ist der Generierungseffekt?

Der Generierungseffekt besagt, dass sich das Gehirn selbst erstellte Inhalte besser merken kann als Informationen aus Unterlagen, die nicht selbst erstellt wurden. Auf Englisch wird der Generierungseffekt „generation effect“ genannt. Für das Lernen und die Klausurvorbereitung bedeutet dies, dass es sehr sinnvoll ist, beim Lernen möglichst selbst “aktiv” zu werden. Begründet wird der Generierungseffekt damit, dass das Gehirn beim Lernen aktiver ist, wenn etwas selbst erstellt wird. Im Gegensatz dazu schaltet das Gehirn beim rein passiven Konsum von Wissen schneller ab und ist generell weniger aktiv, sodass man auch weniger lernt.

Ein gutes Beispiel für den Generierungseffekt sind Fehler, die man in Klausuren gemacht hat. Wenn man die Klausur ordentlich nacharbeitet, wird man die richtige Lösung wahrscheinlich nie vergessen. In einem solchen Fall hat man zuerst etwas selbst erstellt – die Klausurlösung. Anschließend überprüft man dann, wie das richtige Ergebnis gewesen wäre.

Welche Lernmethoden nutzen den Generierungseffekt?

Um beim Lernen den Generierungseffekt einzusetzen, ist es wichtig, Inhalte selbst zu erstellen. Welche Inhalte dabei erstellt werden, ist zweitrangig. Folgende Lernmethoden enthalten den Generierungseffekt:

  • Eigene Zusammenfassungen: Das Schreiben eigener Zusammenfassungen ist eine besonders effektive Methode, den Generierungseffekt zu nutzen. Anstatt einen Text mehrfach passiv zu lesen, formuliert man die wichtigsten Inhalte in eigenen Worten. Dadurch beschäftigt sich das Gehirn intensiver mit dem Thema und speichert es langfristig ab. Dabei ist es allerdings wichtig, nicht bloß das Lehrbuch abzuschreiben, sondern selbst aktiv nachzudenken. Der Nachteil von eigenen Zusammenfassungen ist allerdings, dass es sehr schwierig ist, diese aktiv zu wiederholen. Deshalb empfehle ich eher, mit Karteikarten zu lernen.
  • Verständnisfragen: Ein weiterer Weg, den Generierungseffekt einzusetzen, ist eine Lerngruppe, in der sich gegenseitig Verständnisfragen gestellt werden. Sowohl das Entwickeln der Fragen als auch das Beantworten durch die anderen Personen fordern das Gehirn dazu auf, aktiv nachzudenken. Dies führt zu einer hohen Gehirnaktivität und verstärkt den Lerneffekt deutlich, für alle Teilnehmer der Lerngruppe.
  • Karteikarten: Karteikarten sind ein sehr geeignetes Mittel, um den Generierungseffekt einzusetzen. Dafür ist es auch nicht erforderlich, die Karteikarte vollständig selbst zu formulieren. Es reicht vielmehr aus, die Karteikarten beim Lernen stetig an die eigenen Stärken und Schwächen anzupassen und somit zu individualisieren. Denn auch das Verändern der Karteikarte setzt voraus, sich tief mit der Materie auseinandergesetzt zu haben.
  • Erklären: Neben der klassischen Lerngruppe, in der gegenseitig Verständnisfragen gestellt werden, ist eine weitere Möglichkeit, den Generierungseffekt einzusetzen, eine Lerngruppe mit einem Leistungsgefälle. Wenn beispielsweise eine Person, die in einem Thema vertieftes Wissen hat, das Thema einem Einsteiger in eigenen Worten erklären muss, führt der Generierungseffekt dazu, dass auch die lernstärkere Person das Wissen deutlich besser erinnert.

Tipps für das Lernen

Der Generierungseffekt ist sehr effektiv für die Klausurvorbereitung und das Lernen allgemein. Um optimal zu lernen, ist es allerdings sinnvoll, auch diese Tipps zu beachten:

  • Spaced Repetition: Gelerntes muss regelmäßig wiederholt werden, damit es nicht vergessen wird. Gleichzeitig erinnert man Wissen immer länger, je häufiger man es wiederholt. Spaced Repetition stellt sicher, Wissen dann zu wiederholen, wenn man kurz davor war, es zu vergessen. Deshalb solltet ihr Spaced Repetition unbedingt in Euren Lernplan integrieren.
  • Active Recall: Bei Active Recall geht es darum, Gelerntes aktiv zu wiederholen. Es geht also – wie beim Generierungseffekt – darum, Wissen nicht bloß zu konsumieren, sondern selbst aktiv zu werden. Wenn das Gehirn selbst aktiv werden muss, wird Wissen am besten gespeichert. Der Unterschied zwischen Active Recall und dem Generierungseffekt besteht darin, dass der Fokus beim Generierungseffekt auf dem erstmaligen Erlernen liegt, während der Fokus bei Active Recall auf der Wiederholung liegt.
  • Abwechslung: Wie bereits mehrfach erwähnt, ist Abwechslung für das Gehirn essenziell. Abwechslung führt dazu, dass konstant neue Reize gesetzt werden, was dazu führt, Wissen nachhaltig zu speichern.
Aus diesen Tipps ergibt sich auch, weshalb digitale Karteikarten ein sehr gutes Lernmittel sind. Digitale Karteikarten kombinieren die drei wichtigsten Aspekte, um Gelerntes langfristig zu behalten: Spaced Repetition, Active Recall und den Generierungseffekt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Generierungseffekt?

Der Generierungseffekt besagt, dass sich das Gehirn Informationen besser merkt, wenn die Lerninhalte selbst erstellt wurden?

Wie setzt man den Generierungseffekt beim Lernen ein?

Beim Lernen kann man den Generierungseffekt beispielsweise dadurch einsetzen, dass man Karteikarten selbst erstellt oder gekaufte Karteikarten anpasst.

Wie kann man besser und effektiver Lernen?

Besser und effektiver lernst du, indem du das Gelernte regelmäßig wiederholst, beim Lernen selbst aktiv wirst und Lernmaterialien selbst erstellst.

Was sind die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen?

Um erfolgreich zu lernen, ist es sehr wichtig, ausgeruht zu sein und ausreichend Pausen zu machen.

Wie bleibt Gelerntes im Kopf?

Um Gelerntes zu erinnern, ist es wichtig, regelmäßig zu wiederholen, andernfalls vergisst man das Gelernte wieder.

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Sandro Birkenhof
Volljurist und Gründer von Examen mit Sandro
Im April 2020 habe ich mein Referendariat in Hamburg begonnen und meine juristische Ausbildung exakt am 1. Juli 2022 mit der mündlichen Prüfung des Zweiten Staatsexamens beendet. Aktuell promoviere ich zu einem Thema an der Schnittstelle von Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und Insolvenzrecht.

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